Lebensraum Apfelstädt

Am Donnerstag, dem 30. Juni um 18 Uhr:
Abendandacht "Unser Fluss muss Leben" am Wehr in Apfelstädt


Antwort der EU-Kommission
auf die Beschwerde der BI (vom 22. März 2022)


Das Problem der Apfelstädt mit der Westringkaskade

Plakat Austrocknung Apfelstädt

Das Wasser der Apfelstädt wird zur Ökostromgewinnung um sein natürliches Flussbett herum, durch die Westringkaskade, direkt nach Erfurt umgeleitet. In diesem Bypass sind 2 Turbinen eingebaut, eines als Schaukraftwerk, die den Grünen Strom produzieren.

Was ist die Apfelstädtaue?

Die Apfelstädt ist ein Fluss mit einer Länge von ca. 34 km. Sie entspringt im Thüringer Wald und ist ab dem Ablauf der Talsperre Tambach-Dietharz ein Gewässer erster Ordnung nach dem Thüringer Wassergesetz. Teile der Apfelstädt sind gemäß der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) unter besonderen Schutz gestellt. Das bedeutet, die Europäische Union möchte eine besondere Schutzwirkung für die Flora und Fauna (besonders bedrohte Pflanzen- und Tierarten) sicherstellen. (DE 5030-302, DE 5130-402)

Was gibt es für weitere Auswirkungen?

Auch die Stadt Erfurt spürt bereits die Auswirkungen der Umleitungen des Wassers um die Apfelstädt, denn die Apfelstädt ist einer der Hauptzuflüsse der Gera. Der Auslauf der Westringkaskade fließt erst im Norden von Erfurt wieder in die Gera. Um die verschiedenen Flussläufe in der Stadt, so z.B. im Bereich der Krämerbrücke oder den Flutgraben, mit ausreichend Wasser zu versorgen, ist entsprechender Zufluss nötig. Wenn auch hier Teilbereiche trockenfallen, wie es im letzten Jahr bereits geschehen ist, trocknen beispielsweise die Fugen von Bauwerken aus, die direkt am Wasser gebaut wurden. Hier bilden sich Risse und so kommt es, wenn wieder Wasser fließt, zu erheblichen Wasserschäden.

Konflikte mit der Westringkaskade

Das Thüringer Umweltministerium leugnet einen Zusammenhang zwischen dem Niedrigwasser und gar Trockenfallen der Apfelstädt und dem Umleiten des Wassers durch die Westringkaskade nach Erfurt. In dem Managementplan des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz aus dem Jahr 2019 für das FFH Gebiet Apfelstädtaue (FFH-Gebiet 55) geht im Kapitel (Kap.) 5.3.4 Konfliktpotenzial und Zielkonflikte folgendes hervor: „Mit der Realisierung des Vorhabens der Thüringer Fernwasserversorgung (siehe Kap. 3.2.6) werden dem Fließgewässerökosystem der Apfelstädt oberhalb des FFH Gebietes nicht unbeträchtliche Wassermengen entzogen.“

Fazit des Gutachtens: Erhebliche Beeinträchtigungen von FFH relevanten Arten sowie ein Trockenfallen der Apfelstädt sind nicht auszuschließen.

Den Lebensraum Apfelstädt retten

Ziel der Bürgerinitiative ist es, das Thüringer Umweltministerium zum Handeln zu bewegen.

Wir möchten:

  • ein Trockenfallen der Apfelstädt in den Sommermonaten bestmöglich zu vermeiden, indem die Wasserabgabemenge in die Westringkaskade zugunsten der Apfelstädt reduziert wird
  • Eine generelle Anpassung der Wassernutzung aus den Talsperren Schmalwasser und Tambach-Dietharz mit Blick auf die sich ändernden Umweltbedingungen und einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen ohne dabei die Flora und Fauna zu schädigen